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Hennickendorf im Netz
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Spargelanbau

ZUM ANBAU DES GEFRAGTEN GEMÜSES IN DER NUTHE-NIEPLITZ-REGION

Spargel gegen Landschaftsschutz
Wer in diesen Wochen im Landschaftsschutzgebiet Nuthe-Nieplitz unterwegs ist, trifft rechts und links des Weges bis zum Horizont reichende folienbedeckte Spargelfelder an. Nicht selten ist zu beobachten, wie orientierungslos gewordene Wildtiere entlang der grünlosen Reihen in Panik geraten, weil ihnen angestammte Wege versperrt sind. Ein eigenes Klima scheint von der Spargellandschaft auszugehen. Doch es nimmt kein Ende: Immer mehr Spargelflächen werden erschlossen und müssen aufwändig bewässert werden. Als besorgter Bürger stelle ich mir die Frage über Verträglichkeit und Zulässigkeit des industriellen Anbaus von Spargel in einem Landschaftsschutzgebiet. Hier droht der Spargelanbau zur Monokultur zu werden.

Zum Beispiel: Führen nicht die ständig erweiterten Spargelflächen zur Versteppung unserer Landschaft? Welche Mittel werden ausgebracht, um die Anbauflächen grünlos zu halten? Welche zerstörerischen Auswirkungen für Flora und Fauna gehen von der langzeitigen Abdeckung der Felder mit Folien aus? Gibt es Untersuchungen darüber, ob nicht Waldgebiete, Feuchtwälder und Luche durch die Wasserentnahmen über Tiefenbohrungen trocken fallen? Welche möglichen Gefahren für das Schutzgebiet sind die Folge?

Wer genehmigt und kontrolliert die Tiefenbohrungen zur Wasserentnahme? Was geschieht mit den Wildtieren, wenn immer mehr Wiesen und Äcker verschwinden? Und schließlich: Wussten die Verpächter von Acker- und Wiesenland beim Abschluss von Verträgen eigentlich, dass der Spargelanbau auf Ihren Böden stattfindet? Warum problematisieren die politischen Parteien dieses Thema nicht? Dürfen in einem Landschaftsschutzgebiet derartige Umwälzungen der Landschaft vorgenommen werden? Diese Fragen stellen sich womöglich viele Anwohner und besorgte Bürger: Spargel und Landschaftsschutz – wie passt das zusammen? Wahrscheinlich überhaupt nicht. Und sehr wahrscheinlich ist auch, dass wir erst in einigen Jahren, wenn die Böden ausgelaugt sind und die Spargelindustrie weitergezogen ist, feststellen, welche Frevel hier begangen wurden.

Dr. Bernhard Bietmann, Hennickendorf


MAZ vom 24.06.2011

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