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Berlinfahrt


Schon traditionell führte unser Verein am letzten Sonnabend vor Weihnachten wieder eine Berlinfahrt durch. Zwölf Hennickendorfer trafen sich am Vereinshaus um mit Rufbus und Bahn nach Berlin zu pilgern. Nach dem Deutschen Dom, dem Reichstag und dem Bundeskanzleramt führte unser Weg in diesem Jahr zum Nikolaiviertel. Zum ersten Mal eine Freiluftveranstaltung, aber das Wetter spielte glücklicherweise mit.

Barbara und Lutz hatten sich durch intensives Studium langfristig auf diese Führung durch das Nikolaiviertel vorbereitet. So erhielten wir viele Informationen über Berlin.
Die Geschichte der Stadt Berlin, 1237 wurde sie erstmals nachweisbar urkundlich erwähnt, begann als östliche Hälfte der von der Spree geteilten Doppelstadt Berlin-Cölln, die sich an einem Kreuzungspunkt von Handelswegen zu Land und Wasser beiderseits der Spree gegründet hatte und zunächst durch den Mühlendamm und später durch eine Brücke miteinander verbunden war. Das Nikolaiviertel blieb über Jahrhunderte ein Zentrum gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Entwicklungen. Es wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Berlins erste Kirche blieb für lange Jahre eine dachlose Ruine. Erst in den 1980er Jahren nimmt die DDR den Wiederaufbau des traditionellen Gebietes in Angriff und besinnt sich dabei ihrer Geschichtlichkeit. Das Nikolaiviertel erstrahlt wieder, in einer einzigartigen Mischung von historischen Gebäuden, Repliken und Komplexen in Elementbauweise mit Arkaden und Hansegiebeln, die durch ein mittelalterliches Gassenbild und eine Uferpromenade an der Spree verbunden sind. Pünktlich zur 750-Jahr-Feier (1987) hat dieses Gebiet ihren einzigartigen Charme wieder. Lutz und Barbara erzählten uns zu vielen Gebäuden ihre Geschichte. So zum Beispiel zum Ephraim-Palais, der wohl "schönsten Ecke in Berlin". Hier wurden wir überrascht, als wir mit Feder und Tinte altdeutsche Texte schreiben sollten.
Eine zweite Überraschung erlebten wir am Knoblauch-Museum. Lutz erzählte schon viel Wiessenswertes, als plötzlich der Leiter der Knoblauchstuben ihn unterstütze und viele interessante Episoden über Berlin uns zum Besten gab. Daraufhin besuchten wir auch das Knoblauch-Museum und seine Gaststätte. Imposant anzusehen ist natürlich die Nikolaikirche. Hier wurde im Januar 1991 die erste (konstituierende) Sitzung eines Gesamtberliner Abgeordnetenhauses abgehalten. Barbara und Lutz erzählten uns auch viel über die zahlreichen Gaststätten im Nikolaiviertel. Leider konnten wir es nur von außen genießen.

Die Zeit verging wie im Fluge. Herzlichen Dank an unsere beiden Reiseleiter Barbara und Lutz. Sie sind für weitere Aufgaben bestens geeignet.

Abschließend drängten wir uns dann noch in das Menschenmeer des Weihnachtsmarktes auf dem Gendarmenmarkt.
Den Ausklang des wunderschönen Tages begingen wir dann noch gemeinsam im Vereinshaus.


Rolf Schmidtgen

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